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COPD – Teil 2

Vermutlich aus dem Grund, dass ich den Stall nicht schon wieder wechseln wollte, habe ich trotz der Einschätzung meines Tierarztes einen Termin in der Klinik gemacht für eine Bronchoskopie. Ich wollte vor allem auch wissen, ob Minnie mittlerweile chronisch war oder es noch einen Funken Hoffnung zur Heilung gibt.

Wir fuhren also in die Klinik, Minnie wurde abgehört, es wurde Fieber gemessen und anschließend sehr leicht sediert. Bisher wurde Minnie nur beim Zahnarzt sediert und das hat sie unfassbar schlecht vertragen. Sie hat meistens wirklich richtig doll geschwitzt. In der Klinik war aber alles anders. Sie wurde wirklich nur soviel wie nötig und so wenig wie möglich sediert. Minnie hat überhaupt nicht geschwitzt, lies sich super untersuchen und war nach 30 min wieder topfit. (Gewusst wie, sag ich dazu nur). Insgesamt werdet ihr in diesem Artikel eh merken, wie sehr ich alles befürworte, was in der Klinik gemacht wurde. Ich bin mit meinem Arzt dort einfach unfassbar zufrieden. Er ist wirklich klasse und genau aus dem Grund wird das hier auch durchklingen.

Es wurde dann also eine Bronchoskopie durchgeführt, die eigentlich ein gar nicht so schlimmes Bild abgab. Die Schleimhäute waren nicht gereizt und man konnte etwas Schleim sehen, aber nicht viel. Der Tierarzt hat eine Probe vom Schleim genommen, die dann auch zur weiteren Untersuchung eingeschickt wurde. Eine Woche später sollten wir die Diagnose bekommen:

COPD - Minnie hat chronische Bronchitis – Das war so ungefähr das Schlimmste was passieren konnte

Bei dem Bild der Schleimhäute und der Luftröhre hatte ich noch Hoffnung, die aber nun leider dahin war.

In der Klinik hatten wir erneut Equimucin und zusätzlich noch Ventipulmin verordnet bekommen. Beides sollte 2x tgl. verabreicht werden für mindestens 10 Tage. Da Minnie mittlerweile wusste, dass es jeden Morgen Medikamente gibt, lies sie sich mal wieder von niemandem einfangen. In einem Offenstall gestaltet sich individuelle Fütterung eh schwierig. In meinen Augen einer der wenigen Nachteile eines Offenstalls.

Um die Medikamentengabe also 100%ig zu gewährleisten, bin ich jeden Morgen und Abend in Stall gefahren. Dass dies keine Dauerlösung sein kann war klar. Mein Reitstall liegt 20min von mir zuhause entfernt und leider nicht mal auf dem Weg zur Arbeit. Es war echt ein mega Aufwand für mich.

Gleichzeitig habe ich angefangen mich nach anderen Ställen umzuschauen, da laut Empfehlung vom Tierarzt Minnie auf nasses Heu und vor allem staubfreies Umfeld umgestellt werden sollte. Der Tierarzt meinte, dass wir am besten auf 24h Weide oder viel Weide und Heulage umstellen sollen. 24h Wiese kommt für mich nicht in Frage. Erstens sind hier im Rheinland die Weiden nicht das, was sie früher einmal waren und da ich die Minnie schon noch im Sport reiten will, ist eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Raufutter und Mineralfutter für mich absolut wichtig.

Ich bin dann auf einen Stall gestoßen, der seine Boxen mit Gummimatten ausgelegt hat. Sehr wenig Leinstroh einstreut, nasses Heu füttert und die Pferde täglich mehrere Stunden rauskommen. Die Box hatte sogar ein Fenster und die Pferde werden rausgebracht, bevor die Boxen gemistet werden. Ich bin schon seit einigen Jahren kein Freund mehr von Boxenhaltung und tatsächlich wäre mir auch eine Paddockbox lieber gewesen, aber die Stallsituation bei uns in der Umgebung lässt nicht allzuviel Wahl zu, so dass ich diesen Stall als für uns das Richtige empfunden habe. Dass dies nicht die perfekte Entscheidung war, sollte ich erst später herausfinden.

 

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