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COPD – Wie alles begann

Ende Juni hat Minnie beim Reiten das erste Mal mehrfach gehustet. Das ist vorher noch nie vorgekommen. Da ich schon einmal ein Pferd mit chronischem Husten hatte, bin ich bei Husten immer direkt alarmiert. Ich habe sofort beim Tierarzt angerufen und mir wurde empfohlen bis zum nächsten Tag abzuwarten und mich dann nochmal zu melden, falls sie erneut husten sollte.
Und auch am nächsten Tag hustete Minnie und das sogar schon beim Putzen. Ich habe Fieber gemessen, aber sie hatte nicht mal erhöhte Temperatur und habe anschließend wieder den Tierarzt angerufen und für den nächsten Tag einen Termin ausgemacht.


Der Tierarzt kam am folgenden Tag und hat sie abgehört. Sie hatte wieder kein Fieber und die Lunge klang wohl frei, nur die Bronchien klangen rau. Sie bekam Antibiotika gespritzt und ich habe Equimucin für 4 Tage 2x tgl. verordnet bekommen, auch nasses Hau wurde empfohlen. Minnie stand zu diesem Zeitpunkt in einem Offenstall mit 7-9 weiteren Pferden und jeder der im Offenstall steht, weiß vermutlich, wie kompliziert es ist dort individuell zu füttern. Ich hab es also hinbekommen, ihr das Equimucin zweimal täglich zu verabreichen, aber auf nasses Heu konnte nicht umgestellt werden. Da die Wiesen aber noch offen waren, dachte ich, dass wir das so hinbekommen. Nach den 4 Tagen Equimucingabe habe ich sie abends angetrabt und es war kein Husten mehr zu hören. Puh, wir sind auf dem Weg der Besserung, dachte ich. Ich habe dann ca. 1,5 Wochen langsam Aufbau-Training betrieben und es zeigte sich weiter kein Husten. Nach diesen 1,5 Wochen ist meine Freundin die erste Springgymnastik Stunde mit Minnie geritten. Es stand viel Galopp auf dem Plan und Minnie hat sich auch ein wenig aufgeregt, da die Stangen ja ach so gruselig sind. Nach erfolgreich abgeschlossenem Training stand ich so neben meinem Pferd und was sollte ich da hören: Irgendwie klang es in ihren Nüstern so, als wäre es verschleimt. Ich kann das Geräusch schlecht erklären. So als ob Flüssigkeit sich bei jedem Atemzug bewegen würde. Nun war ich also wieder unentspannt und habe direkt für den nächsten Tag wieder den Tierarzt angerufen.
Dieses Mal habe ich einen anderen Tierarzt angerufen, jemand der mir im Stall empfohlen wurde. Dieser Tierarzt kam dann auch am nächsten Tag und wie schon vermutet war Minnie wieder verschleimt und diesmal hat er sogar was auf der Lunge gehört. Er ließ mir eine Dose b-Vetsan da, mit der Empfehlung, dass 3x tgl. zu füttern. Klar kein Problem – ich hab ja kein Job oder sowas (Ironie lässt grüßen). Sie bekam das b-Vetsan also morgens von unseren Stallbesitzern, dann hab ich ihr eine Dosis gegeben, wenn ich am Stall ankam und eine wenn ich wieder gefahren bin. Nach 14 Tagen mit leichtem Jogging-Programm zum Abhusten (und sie hustete auch jedes Mal am Anfang des Trabens) kam unser Tierarzt erneut, die Lunge war mittlerweile wieder frei, die Bronchien immer noch rau. Wir bekamen zusätzlich noch zwei Dosen Sputolysin. Da Minnie ein sehr großes Pferd ist und nicht die üblich veranschlagten 500kg wiegt, sondern 630kg muss ich fast alle Medikamente anpassen und deshalb kamen wir auch nicht mit der sonst üblichen einen Dose Sputolysin aus, sondern brauchten zwei Dosen.
Ich habe zusätzlich noch eine Chiropraktikerin befragt, ob wir Akkupunktur machen können, da ich darüber sehr viel Gutes gehört habe. Leider ist mein Pferd alles andere als entspannt, wenn es darum geht, dass fremde Menschen sie anfassen. Die Chiropraktikerin wollte also keine Nadeln setzen, sondern mein Pferd nur an allen mögliche Stellen einrenken, weil sie ja sonst gar nicht vernünftig durchatmen kann. Eigentlich hatte ich mir mal vorgenommen mich nicht mehr ständig von sowas beeinflussen zu lassen. Aber leider ist man als verzweifelter Pferdebesitzer manchmal echt ein leichtes Opfer. Ich habe das also machen lassen und was soll ich sagen, ja die Minnie hat es überlebt, aber gebracht hat es nichts, außer einem Loch in meiner Geldbörse. Ist immer wieder das Gleiche. Ich hoffe, jetzt bin ich wirklich kuriert.
Nach unseren zwei Dosen Sputolysin und der ca. dreiviertel leeren Dosen b-Vetsan stand ein erneuter Tierarzt Besuch an, tja und was soll ich sagen: Keine Besserung.
Mein Tierarzt hat mich nur mitleidig angeschaut und mir empfohlen mein Pferd staubfrei zu stellen. Ich hab ihn dann nach einer Bronchoskopie gefragt, weil es ja vielleicht auch Bakterien sein könnten, aber er sagte, dass er sich sehr sicher ist, dass es an der staubigen Umgebung und vor allem am trockenen Heu liegt, das ich den Husten nicht in den Griff bekomme.

Weiter geht's im nächsten Teil

4 Gedanken zu „COPD – Wie alles begann

  1. Sandra

    Hallo,
    da unser 23jähriger Rentner allergischbedingten Husten (Verdacht auf COB) hat und der TA quasi mit seinem Latein am Ende ist, mache ich mich selber schlau und bin nun auch auf B Vetsan und Sputolysin gestossen. Das würde ich gerne ausprobieren, denn das ACC für uns hat nicht wirklich geholfen.
    Was ich nicht gefunden habe:
    Kann ich beide Mittel zusammen geben? Also, nicht gleichzeitig, aber z.B. das Eine morgens, das Andere am Nachmittag?
    Oder besser erst B Vet, das aufbrauchen und dann Sputo?
    Danke und liebe Grüße,
    Sandra

    Antworten
    1. Nici

      Hallo Sandra, ich bin ja leider kein Tierarzt und kann dazu auch nichts sagen. Hast du deinen Tierarzt mal gefragt? Um herauszufinden was wirklich hilft würde ich persönlich die Sachen nacheinander geben. Ich habe auch sehr gute Erfahrungen mit Schwazkümmelöl und Plantagines gemacht. Habt ihr schon einen Inhalator? In meinen Augen eines der wichtigsten Dinge bei dieser Krankheit. Liebe Grüsse Nici

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      1. Sandra

        Huhu Nici,
        danke für Deine Antwort.
        Du hast Recht, ich frage mal unseren TA.
        Er hatte bisher einen Bronchienerweiterer gegeben, dann He.Sulfur in Tropfenform, außerdem homöopathisch Ameisensäure mit Eigenblut gespritzt. Hat alles etwas geholfen, aber nichts richtig. Dann gab es Cortison als Pulver. Da wurde die Bauchatmung weniger, war aber auch nie ganz weg.
        Und er hat, vorallem bei heißem, schwülen Wetter, hörbare Atemgeräusche.
        Wir haben einen Inhalator, aber leider nur einen für Menschen, halt für Pferde ummodifiziert.
        Einen richtigen Pferdeinhalator kann ich mir derzeit nicht leisten, auch nicht zum Leihen, aber unser TA meint, dass auch dieses Inhalieren etwas bringt. Wir inhalieren 2x tgl., jeweils ca. 20 min, mit NaCl 0,9%.
        Eigentlich scheint Diano das Inhalieren zu genießen und er steht brav still, aber seit gestern ist er unruhiger, scharrt, reißt auch mal den Kopf hoch, kaut und hustet nun auch mal BEIM Inhalieren. Da weiß ich nicht, ob ich das Inhalieren dann unterbrechen sollte oder ob es gut idt, wenn sich dabei etwas tut.

        Zum Schleimlösen bekommt er momentan noch frisch geriebenen Meerrettich und endlich fließt wohl was (weißer Schleim aus den Nüstern).

        Liebe Grüße,
        Sandra

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        1. Nici

          Hallo Sandra,

          ja die Inhalatoren sind nicht billig das stimmt, aber in meinen Augen die bessere Wahl, zumal man auch schnell mal mit Medikament inhalieren kann. Ich habe meinen Inhalator jetzt seit August 2016 im fast täglichen Einsatz. Da heisst also seit 4 Jahren und er war nie defekt oder sonst was. Von daher würde ich sagen, die teure Anschaffung lohnt sich. Leider wirst du das COPD ja nicht mehr los. Kannst du ihn denn bewegen? Das ist denke ich auch sehr wichtig, dass die Lunge ans arbeiten kommt und der Schleim abfliessen kann. Wenn die Pferde kein Fieber haben, dann sollten sie schon gut arbeiten können.

          Liebe Grüsse
          Nici

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