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Zum Fressen gern haben- Fütterung eines Cushing-Pferdes

Wer sich bei der Fütterung an die Bedürfnisse der Tiere orientiert, liegt meist richtig. Ein Pferd braucht vor allem eins: Gutes Heu! Denn ohne genügend Grund- bzw. Raufutter sind u.a. Magenprobleme vorprogrammiert. Aber die Cushing Erkrankung birgt seine Besonderheiten in der Fütterung.

Zuerst: Eine Pauschalfütterung gibt es nicht- jedes Pferd muss individuell betrachtet werden! Dennoch gibt es ein paar „Richtlinien“ die uns helfen in dem Futterdschungel nicht den Überblick zu verlieren.

Für mich ist es immer wieder wichtig, dass die Fresspausen so gering wie möglich sind bzw. gar nicht erst stattfinden. Nescio hat immer Heu zur Verfügung, da er zusätzlich zu seinem Grundfutter ein Heunetz in seiner Paddockbox hat. Allerdings ist 24h Heu nicht für jedes Pferd die optimale Lösung, da es Pferde gibt, die keine Hunger-Satt-Kontrolle haben, eine sogenannte Leptinresistenz. Einfach gesagt: Das sind die dicken Pferde, die ohne Pause am Heu stehen und immer fetter werden.

Eine wichtige und richtige Aussage stammt von Karin Ottemann: „ Fütterung, Haltung und Training müssen im Verhältnis stehen. Es gibt kein Futtermittel, das das ersetzt.“ ( Dressurstudien 03/16, S. 17).  Dieses Zitat finde ich persönlich so richtig und wichtig! Hier kommt der Futtermitteldschungel wieder ins Spiel: Auf den ersten Blick gibt es für jedes Problem eine Lösung. Daher ist eine gute Beratung immer umfangreich und schließt zahlreiche Faktoren mit ein.

Low- Carb Diäten kennen sicher viele, aber im Stall ist dies noch nicht so verbreitet. Stärke und Zucker im Futter bekommen vielen Pferden nicht. Fettpolster quellen, die Hormone spielen verrückt, der Stoffwechsel entgleist. Die Folgen können verheerend sein. Da Nescio an der Stoffwechselkrankheit des Equinem Cushing Syndroms  (ECS) leidet, habe ich seine Fütterung komplett auf den Kopf gestellt. Nun bekommt er von St. Hippolyt das Brandon XL. Dies ist ein getreide- und melassefreies Alleinfutter, in dem der glykämische Index durch den Einsatz von Keimlingen noch weiter gesenkt wurde. Zu dem Brandon XL bekommt er noch Equigard. Das Equigard ist ebenfalls von St. Hippolyt und ist ein kalorienarmes und getreidefreies Basisfutter. Ja, ich bin ein St. Hippolyt Fan! Ich habe einfach so viele andere Futtersorten ausprobiert und Nescio hat das Futter nicht angerührt…in der Anfangszeit habe ich so viele Futtersäcke verschenkt, da er das Futter nur durchgewühlt hat, aber nicht gefressen. Egal wie lange ich es probiert habe… Daher bin ich so froh, dass ich mit den St. Hippolyt Produkten endlich Nescios Geschmack getroffen habe. Ab und zu bekommt er etwas Leinöl (Omega-3-Fettsäuren) über das Futter. Zur Belohnung haben wir die Gylx- Lobs von St. Hippolyt für uns entdeckt. Viele andere getreidefreie Leckerlies hat mein krüsches Pferd verwehrt. Da Nescio im Winter dazu neigt abzumagern, bekommt er 4x die Woche Irish Mash von St. Hippolyt mit etwas Speedi Beets von Pavo, das sind melassefreie Rübenschnitzel.

Lange habe ich nach einem Mineral- bzw. Zusatzfutter speziell für Cushing Pferde gesucht und habe nun das Glandogard gefunden.
Das Glandogard zielt auf eine wirksame Ergänzung mit natürlichen Funktionsnährstoffen ab. Es unterstützt über hocheffiziente natürliche Antioxidantien die körpereigene Radikalstoffabwehr und schützt das Drüsengewebe.Kurz um: Es trägt dazu bei, dem betreffenden Pferd mehr Lebensqualität zu geben. Seit Nescio das Glandogard bekommt, ist sein Fell glänzender, der Fellwechsel hat begonnen und er ist besser drauf. Sonst hatte er immer mal schlechte Tage, aber seit ich das Glandogard füttere, sind dieses bis jetzt ausgeblieben!

Zusammenfassend gesagt ist es wichtig, dass Cushing-Pferde Nahrungsmittel meiden sollten, die kohlenhydratreich sind wie z.B. Getreide, Obst und Karotten. Auch bei dem Werdegang sollte darauf geachtet werden, dass Cushing-Pferde ein erhöhtes Hufreherisiko haben.

Zum Schluss möchte ich euch noch ein paar Checklistenpunkte mitgeben: Ist mein Pferd zu dick oder zu dünn?

Zu dünn:

  • Die Dornfortsätze der Wirbelsäule sind nicht bedeckt
  • von hinten betrachtet ist die Kruppe spitz statt rund oder herzförmig
  • unter dem Schweif berühren sich die Oberschenkel nicht
  • Mehrere Rippen sind komplett sichtbar
  • Hungergrube vor dem Hüfthöcker ist eingefallen

Zu dick:

  • Rippen am seitlichen Brustkorb sind nicht zu sehen/ nicht deutlich fühlbar
  • Gewebe am seitlichen Brustkorb hinter der Sattellage ist weich
  • Fett am Mähnenkamm ist mehrere Zentimeter hoch
  • Fettpolster rechts und links neben dem dritten Schwanzwirbel
  • Kruppe fällt nicht rund oder schräg ab, sondern ist eckig geformt

Wenn Ihr unsicher seid: Fragt immer euren Tierarzt!

eure Katha

 

Produkte im Überblick mit Preisen:

Brandlon XL 25 kg/ 23,50€
Equigard 20 kg/ 26,00€
Glyx-Lobs 1kg/ 3,90€
Glandogard 3,75kg/ 64,90€
Speedi Beets von Pavo 15kg/ 15,50€
Irish Mash 5kg/ 7,90€
Leinöl 0,75l/ 5,20€

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